Federico Pepe

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Federico Pepe

Designer

Federico Pepe ist 1976 geboren. Er lebt und arbeitet in Mailand. Im kulturellen und künstlerischen Panorama Italiens ist er eine einzigartige Persönlichkeit, die sich darin geschickt und ästhetisch äußerst konsequent zwischen verschiedenen künstlerischen Formen bewegt. Werbung, Künstler, Graphic Designer, Video Maker. Creative Director der multinationalen Kommunikationsagentur DLVBBDO. 2006 gründet er Le Dictateur, Verlagsprojekt und unabhängiger Ausstellungsraum in Mailand, dessen editorischer und künstlerischer Leiter er seit über 10 Jahren ist. Er hat seine Werke und Projekte in der MOMA Library and Family Business in New York, in der Londoner TATE MODERN, im Pariser Palais de Tokyo, auf der Triennale in Mailand und in vielen anderen privaten Galerien ausgestellt. Über die Jahre arbeitet er mit berühmten Künstlern zusammen, wie Maurizio Cattelan, Pierpaolo Ferrari, Nico Vascellari, Jacopo Benassi sowie Designern wie Patricia Urquiola, mit der er zwei Kollektionen herausgegeben hat (CREDENZA 2016, MISCREDENZA 2017).


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“Ich habe vor langer Zeit aufgehört, mich zu fragen, was die anderen von meiner Vorgehensweise denken könnten, das war unproduktiv.”

Muster wie Entwurfskizzen (Leonardo), pastose Pinselstriche (Impressions), Pop- und optische Vermischungen (Nomade): In den von Ihnen für Wall&decò entwickelten Tapeten spiegeln sich Ihre „Gewandtheit“, unterschiedliche Sprachen zu sprechen, sowie eine Vielzahl von Ansätzen und Erfahrungen, die Sie ausmachen. Möchten Sie uns kurz erzählen, welche Inspirationen hinter den einzelnen Dekoren stehen?

Ich spreche unterschiedliche Sprachen, weil ich unsicher bin. Ich vertusche die Unsicherheit mit Gewandtheit.

Als ich begann, mit Wall&decò zu arbeiten, habe ich mir ein Ziel gesetzt, das immer noch das gleiche ist: aus der Welt der Kunst entliehene Inspirationen, Techniken, Bearbeitungen oder Experimente auf Papier zu übertragen. Aus diesem Grund arbeite ich fast ausschließlich mit manuellen Verfahren und Techniken: Sicher folgt in einigen Fällen später ein Computerfilter, in anderen gibt es eine Phase der fotografischen Dokumentation der Oberfläche.

 

Beim Betrachten von Nomade habe ich an Fernand Léger gedacht und, fast im selben Augenblick, an „Yellow Submarine”. Ich könnte mich geirrt haben, aber ich möchte Sie fragen, wie Sie sich mit Ihrer Poetik, mit Ihrer Kreativität in diesem Mare Magnum zurechtfinden, das uns täglich umgibt und an dessen einem Ufer die „große“ Kunst steht und am anderen das Pop-Produkt. Oder gelangen Sie vielleicht von einem Ufer zum anderen, ohne sich die Füße nass zu machen…

Ich denke, ich habe inzwischen alles an ein und dasselbe Ufer gebracht! Ich habe vor langer Zeit aufgehört, mich zu fragen, was die anderen von meiner Vorgehensweise denken könnten, das war unproduktiv. Wenn das, was ich tue, mich zufrieden macht, dann ist es „groß“. Ich tue das, was ich tue nur, wenn ich meine, großzügig sein zu können.

 

Ein Zimmer, das mit Ihrer Tapete ausgekleidet ist. Darin eine Figur aus der Geschichte oder Fiktion (von der Literatur bis zum Kino). Wer ist das?

Gregor Samsa (die Hauptperson aus der Erzählung „Die Verwandlung” von Franz Kafka - Anm. d. Red.), bereits verwandelt, auf dem Boden liegend, mit dem Gesicht nach oben. Die Tapete würde ich an der Decke anbringen. Die Wände würde ich weiß lassen.

 

Photo credits: Vanni Borghi

 



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